Gemeinschaftsgarten

Gemeinschaftsgärten - Urban Gardening in Rottweil

Im Frühjahr 2013 sollen städtische Grundstücke versuchsweise mit Essbarem bepflanzt und gemeinsam mit interessierten Bürgern bewirtschaftet werden – nach dem Vorbild von: "Andernach - die essbare Stadt" .

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Was soll das denn?

Man darf sich wieder dreckig machen, ohne sich als spießiger Kleingärtner zu fühlen. Städtisches Gärtnern liegt voll im Trend: In Berlin wird auf Hinterhöfen Erde aufgeschüttet, in München werden Brachflächen zum Stellplatz für mobile Gärten, in Hamburg wird die Stadt heimlich begrünt, Andernach kreiert die „Essbare Stadt“. Es handelt sich nicht um eine kurzlebige Modeerscheinung. Hinter dem Boom steckt ein neues Bewusstsein. Während die große Politik im alten Denken verharrt, entstehen in vielen Städten und Stadtteilen Pflanzenparadiese, die Selbstorganisation und Ernährung, Energiewende und Kultur verbinden.

Die große Geste, so die Soziologin Karin Werner, interessiert die modernen Stadtgärtner weniger. Statt vollmundig Systemkritik zu formulieren, eignen sie sich Brachen öffentlichen Raums an und bespielen sie. Der Ökonom Niko Paech sieht in den urbanen Mini-Gärten sogar Perspektiven für eine Postwachstumsökonomie: Regionale Märkte, verkürzte Wertschöpfungsketten, materielle Entschlackung und Entschleunigung seien ihre Vorboten.

Gelungener Auftakt im Naturlernort Rosswasen: Pflanzentausch begeistert Besucher

Sonne, gute Stimmung und jede Menge Grün: Am 18. April wurde der Naturlernort am Rosswasenweg 33 zum Treffpunkt für Gartenfreunde, Naturliebhaber und Neugierige. Der erste Pflanzentausch, organisiert von der Lokalen Agenda Rottweil gemeinsam mit BUND und NABU, war ein voller Erfolg.

Schon beim Betreten des Geländes wurde klar: Hier wächst etwas – nicht nur im wörtlichen Sinne. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher brachten Pflanzen mit, tauschten Setzlinge, Ableger und Erfahrungen aus und nahmen neue grüne Schätze mit nach Hause. Viele Pflanzen fanden an diesem Tag ein neues Zuhause, gleichzeitig wurden großzügige Pflanzenspenden für die Weiterentwicklung des Naturlernorts gesammelt.

Denn das Gelände entwickelt sich stetig weiter. Neben einem frisch angelegten Steingarten entstehen aktuell ein Kräutergarten, ein Distelgarten sowie ein Bereich für Färberpflanzen. Möglich gemacht wurde dies durch den Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die im Vorfeld viel Zeit und Energie investiert haben, um das Areal vorzubereiten und neue Strukturen zu schaffen.

Der Naturlernort verfolgt ein klares Ziel: Er soll zeigen, wie mit einfachen Mitteln und überschaubarem Aufwand naturnahe Gärten entstehen können, die Lebensräume für Insekten, Amphibien, Reptilien und heimische Pflanzen bieten und er soll zum Nachmachen im eigenen Garten einladen. Ermöglicht wird das Projekt durch die Stadt Rottweil, die das Gelände zur Verfügung stellt und im letzten Jahr, unterstützt durch eine Förderung aus LEADER-Mitteln, neu gestaltet hat.

Wer den Pflanzentausch verpasst hat, bekommt dennoch die Chance, sich einzubringen: Gesucht werden weiterhin Pflanzenspenden für die neuen Gartenbereiche.
Interessierte können unkompliziert Kontakt aufnehmen,
per Mail an gg@agenda-rw.de
oder über den Instagram-Account rosswasen.rw.
Welche Pflanzen aktuell benötigt werden, ist auf www.rosswasen-rw.de einsehbar.

Auch in Zukunft wird am Rosswasen einiges geboten sein. Geplant sind weitere Veranstaltungen und Mitmachaktionen für Groß und Klein. Besonders für Kinder gibt es ein regelmäßiges Angebot: Die „Naturentdecker“, eine Gruppe für Grundschulkinder, treffen sich hier alle zwei Wochen, um spielerisch die Natur zu erkunden.

Der Naturlernort Rosswasen ist damit weit mehr als nur ein Garten – er ist ein Ort der Begegnung, des Lernens und des gemeinsamen Engagements für mehr Artenvielfalt. Ein Besuch lohnt sich – und wer möchte, kann gleich mit anpacken.

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