An den Retentionstümpeln unterhalb des Rottweiler Neubaugebietes Spitalhöhe hat sich in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung gezeigt: Bergmolche, Erdkröten und Grasfrösche haben diesen Lebensraum angenommen und nutzen ihn als Laichgebiet. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass naturnahe Strukturen wirken.
Gleichzeitig stehen die Tiere auf ihrem Weg dorthin vor großen Herausforderungen. Besonders im Frühjahr, wenn sie bei Einbruch der Dunkelheit zu ihren Laichgewässern wandern, kommt es im Wohngebiet und entlang der Hausener Straße immer wieder zu gefährlichen Querungen.
Um genau hier zu helfen, wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal eine vom NABU Rottweil und Umgebung initiierte Amphibienrettungsaktion durchgeführt. Ab dem 22. März 2025, ausgelöst durch abendlichen Regen, sammelten engagierte Helferinnen und Helfer über einen Zeitraum von rund zwei Wochen die wandernden Tiere ein und trugen sie in Eimern sicher zu den Retentionstümpeln.
Das Ergebnis dieser gemeinsamen Anstrengung kann sich sehen lassen:
806 männliche und 110 weibliche Erdkröten sowie 277 Bergmolche wurden erfolgreich erfasst und geschützt zu ihrem Laichgewässer gebracht. Zwar mussten auch Verluste verzeichnet werden – 16 Erdkröten und 4 Bergmolche wurden trotz der schnellen Hilfe überfahren –, doch zeigt die hohe Zahl geretteter Tiere eindrucksvoll, wie wirkungsvoll das Engagement vor Ort ist.
Besonders erfreulich war die große Beteiligung aus der Bevölkerung: Rund 30 Menschen, darunter mehrere Familien und viele Kinder, halfen mit großer Begeisterung mit. Sogar das THW Rottweil unterstützte die Aktion mit seiner Jugendgruppe. Für viele der jungen Helferinnen und Helfer wurde die Rettungsaktion zu einer intensiven Naturerfahrung – denn Erdkröten eignen sich aufgrund ihrer ruhigen Art besonders gut, um Tiere aus nächster Nähe kennenzulernen und Verständnis für den Artenschutz zu entwickeln.
Die Resonanz und der Erfolg der Aktion machen Mut: Auch im kommenden Frühjahr soll die Amphibienrettung an der Spitalhöhe fortgesetzt werden – als gelebtes Beispiel dafür, wie gemeinsames Handeln vor Ort konkret Leben schützt.