Der Good-News-Jahresrückblick 2025

Mutmachende Geschichten aus unserer Region

Der Good-News-Jahresrückblick 2025

Gerade in Zeiten, die viele als schwierig oder anstrengend empfinden, tun gute Nachrichten besonders gut. Oft sind es die kleinen, positiven Geschichten, die Mut machen und zeigen, dass sich etwas bewegt – direkt hier bei uns vor Ort.

Mit folgenden Beiträgen möchten wir solche Beispiele sichtbar machen. Es geht um Engagement, Zusammenhalt und Ideen, die im Alltag entstehen.
Diese Geschichten laden dazu ein, genauer hinzuschauen, Hoffnung zu teilen und das Miteinander in unserer Region zu stärken.

Eine neue Bienenburg im Rosswasen 33

Im Rosswasenweg 33 wurde im Sommer und Herbst mit viel Engagement angepackt: Aktive von BUND, NABU und der Lokalen Agenda haben gemeinsam eine Bienenburg errichtet. Diese besondere Konstruktion bietet Wildbienen, die sandige und lehmige Lebensräume bevorzugen, einen geschützten Ort – und kommt zugleich vielen weiteren Insekten zugute.

Die Bienenburg ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie mit gemeinsamer Arbeit neue Lebensräume geschaffen werden können. Nun wächst die Vorfreude: Im kommenden Frühjahr wird sich zeigen, welche kleinen Bewohner hier einziehen werden.

Gemeinsam Leben schützen – Amphibienrettung an der Spitalhöhe

An den Retentionstümpeln unterhalb des Rottweiler Neubaugebietes Spitalhöhe hat sich in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung gezeigt: Bergmolche, Erdkröten und Grasfrösche haben diesen Lebensraum angenommen und nutzen ihn als Laichgebiet. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass naturnahe Strukturen wirken.

Gleichzeitig stehen die Tiere auf ihrem Weg dorthin vor großen Herausforderungen. Besonders im Frühjahr, wenn sie bei Einbruch der Dunkelheit zu ihren Laichgewässern wandern, kommt es im Wohngebiet und entlang der Hausener Straße immer wieder zu gefährlichen Querungen.

Um genau hier zu helfen, wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal eine vom NABU Rottweil und Umgebung initiierte Amphibienrettungsaktion durchgeführt. Ab dem 22. März 2025, ausgelöst durch abendlichen Regen, sammelten engagierte Helferinnen und Helfer über einen Zeitraum von rund zwei Wochen die wandernden Tiere ein und trugen sie in Eimern sicher zu den Retentionstümpeln.

Das Ergebnis dieser gemeinsamen Anstrengung kann sich sehen lassen:

806 männliche und 110 weibliche Erdkröten sowie 277 Bergmolche wurden erfolgreich erfasst und geschützt zu ihrem Laichgewässer gebracht. Zwar mussten auch Verluste verzeichnet werden – 16 Erdkröten und 4 Bergmolche wurden trotz der schnellen Hilfe überfahren –, doch zeigt die hohe Zahl geretteter Tiere eindrucksvoll, wie wirkungsvoll das Engagement vor Ort ist.

Besonders erfreulich war die große Beteiligung aus der Bevölkerung: Rund 30 Menschen, darunter mehrere Familien und viele Kinder, halfen mit großer Begeisterung mit. Sogar das THW Rottweil unterstützte die Aktion mit seiner Jugendgruppe. Für viele der jungen Helferinnen und Helfer wurde die Rettungsaktion zu einer intensiven Naturerfahrung – denn Erdkröten eignen sich aufgrund ihrer ruhigen Art besonders gut, um Tiere aus nächster Nähe kennenzulernen und Verständnis für den Artenschutz zu entwickeln.

Die Resonanz und der Erfolg der Aktion machen Mut: Auch im kommenden Frühjahr soll die Amphibienrettung an der Spitalhöhe fortgesetzt werden – als gelebtes Beispiel dafür, wie gemeinsames Handeln vor Ort konkret Leben schützt.

Biotopschutz: Aktiv für Artenvielfalt und Klimaschutz im Hangquellmoor

Tolle Neuigkeiten für uns brachte die neue Biotopkartierung des Landes in unserem Landkreis. Die Beschreibung des Hangquellmoores nahe Horgen beginnt mit dem Satz: „Das Biotop hat sich vergrößert“. Dass dieses kleine „Juwel der Artenvielfalt“ vor unserer Haustüre erhalten bleibt, ist vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken, die sich seit über 40 Jahren um das „Gallisried“ kümmern. Seit 2019 obliegt die Betreuung der BUND-Ortsgruppe Raum Rottweil. Die alljährliche Pflegemaßnahme fand dieses Jahr am 20. September statt. Vom BUND geführte Exkursionsteilnehmer bestaunten am 29. Juni die Besonderheit und die sommerliche Artenvielfalt des Gallisrieds. Hangquellmoore sind kleinflächige, aber stark unterschätzte Lebensräume, denn einige Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich in diesem Biotoptyp vor. Auch einige Rote-Liste-Arten sind hier zu finden.

Streuobstwiese: Gemeinschaft und regionale Wertschöpfung

Ein reges Treiben herrschte am 11. Oktober auf der BUND-Streuobstwiese am Dissenhorn in Göllsdorf: Rund 50 Personen aus ganz Rottweil hatten sich zum gemeinsamen Apfelernten versammelt. Die anwesenden Kinder konnten gar nicht mehr aufhören, direkt auf der Wiese frischen Apfelsaft zu pressen – dieser wurde dann zum gemeinsamen Mittagessen mit herrlicher Aussicht auf Rottweil serviert. Der 1250 Liter anschließend in der Mosterei gemostete Apfelsaft wurde zwischen allen Helfern aufgeteilt. Unter anderem kann man ihn auf dem Rottweiler Weihnachtsmarkt kosten. Im November fanden auf der Wiese der alljährliche Baumschnittkurs und eine Pflegeaktion statt. Somit wird mit der Nutzung der Streuobstwiese auch ein ökologisch hochwertiger Biotoptyp gepflegt und vor dem Verfall bewahrt.

Naturentdecker: Neugierig bei jedem Wetter

Auch in diesem Jahr treffen sich wieder jeden zweiten Donnerstag neugierige Naturentdecker-Kinder im Roßwasenweg 33, um den spannenden Geheimnissen der Natur auf die Spur zu kommen. Viele Aktionen sind inzwischen Routine – wie das Müllsammeln nach der Fasnacht oder das Apfelsaftpressen und Rübengeisterschnitzen im Herbst. Immer mal wieder wird gewerkelt und geklopft und es entstehen Elemente für das Roßwasengelände oder auch für den eigenen Garten: selbstgezimmerte Vogelfutterhäuschen oder Nistkästen, getöpferte Insektenhotels oder ein Igelhaus …
So sind die Kinder fleißig mit dabei, Lebensräume für unsere tierischen Mitbewohner zu schaffen. Einen Presseauftritt hatten die Naturentdecker erst kürzlich in der Dezember-Ausgabe des „Blickpunktes“ – schnell mal nachlesen!

Schwalben in Not: Nistkastenaktion für gefiederte Freunde

Die BUND-Ortsgruppe Raum Rottweil und der NABU Rottweil und Umgebung setzen sich für bessere Bedingungen für Mehlschwalben ein. Anfang des Jahres konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger stark vergünstigte Schwalbennester erwerben, um das Nistangebot für diese gefährdeten Piepmätze zu verbessern. Hergestellt wurden die Nester in der Therapiewerkstatt des Vinzenz-von-Paul Hospitals und sie wurden zum größten Teil von der BUND-Ortsgruppe gesponsert. Nun warten etwa 100 neue Schwalbenwohnungen in und um Rottweil auf neue Bewohner. Wir freuen uns auf Rückmeldungen, wie viele der Nester tatsächlich angenommen werden. Auch die Stadt beteiligte sich an der Aktion zum „Tag der Artenvielfalt“.

Eine neue Station bei der digitalen Stadtführung „Anders.Orte Rottweil“

Die digitale Stadtführung Anders.Orte Rottweil wächst weiter: Mit dem Café Wunderfitz ist eine neue Station hinzugekommen. Die Tour lädt dazu ein, Rottweil auf besondere Weise zu entdecken – Orte, an denen gesellschaftlicher Wandel bereits heute gelebt wird.

Ganz flexibel, im eigenen Tempo und nur mit dem Handy ausgestattet, können Interessierte durch die Innenstadt gehen und neue Perspektiven auf bekannte und unbekannte Plätze gewinnen.

Einfach losziehen, zuhören, hinschauen – und sich inspirieren lassen.

Infos zur digitalen Stadtführung gibt es hier:
rosswasen-rw.de/andersorte

Angehende Erzieher:innen zu Gast im Gemeinschaftsgarten

Im Sommer besuchten zwei Klassen der Nell-Breuning-Schule Rottweil den Gemeinschaftsgarten und erlebten dort, wie Naturpädagogik ganz praktisch aussehen kann. In kurzen Workshops erfuhren die angehenden Erzieher:innen, wie sich das Thema „Kräuter im Garten“ spielerisch und kindgerecht vermitteln lässt – und probierten vieles selbst aus.

Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Schütteln von selbst gemachter Kräuterbutter, die bei Groß und Klein gleichermaßen für Begeisterung sorgte.

Es ist schön zu sehen, wie junge Menschen hier Inspiration sammeln, um später gemeinsam mit den Kindern, die ihnen anvertraut sind, die Natur zu entdecken und Wertschätzung für Umwelt und Lebensmittel zu fördern.

Gemeinsam statt einsam: Teil-Kultur stärken

Nicht jede*r muss alles besitzen, um gut ausgestattet zu sein. Teilen spart Ressourcen, schafft Begegnung – und stärkt den Zusammenhalt vor Ort. Genau dafür setzt sich die BUND-Ortsgruppe Raum Rottweil mit einem praktischen Angebot ein.

Für die Obstbaumpflege und Obsternte stehen verschiedene Gerätschaften zur Verfügung, die unkompliziert ausgeliehen werden können. So wird nachhaltiges Handeln im Alltag ganz konkret und für viele möglich.

Neu in diesem Jahr: Am Bahnhof gibt es nun eine abschließbare BUND-Fahrradbox, die kostenlos mitgenutzt werden kann. Ein kleines, aber wirkungsvolles Angebot für alle, die klimafreundlich unterwegs sind.

Wer Interesse hat oder mehr erfahren möchte, kann sich einfach melden: info@bund-rw.de

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